FaMiPA

Barrierefreiheit für migrantische Senior:innen in 6 Sprachen

Cover-Collage der FaMiPA Case Study mit Screenshots aus Workshops, Webdesign, Typografie, Farbsystem und mehrsprachiger Website – ein ganzheitliches Branding- und Webentwicklungsprojekt auf einen Blick.

Resümee

FaMiPA ist eine neue Berliner Anlaufstelle der AWO für Senior:innen mit Migrationsgeschichte, die es zu Projektbeginn nur als Namen gab. Wir entwickelten die UI/UX und eine barrierefreie, sechssprachige Website, bewusst ohne Rentner-Klischees, dafür mit einer warmen, augenschonenden Farbwelt. Das Ergebnis ist eine inklusive Website in sechs Sprachen, ein Design, das Barrierefreiheit ernst nimmt und dabei angenehm individuell bleibt.

Client

FaMiPA (AWO)

Branche

Soziales & Non-Profit

Time Frame

3 Monate · 01.09.2025 – 15.12.2025

Team

Anna Clark, Jacques Gollnick, Julian Hoff

Tools

Miro, Figma, Wordpress, Elementor, Fathom

Die Highlights

6 Sprachen

live nebeneinander

2 Schreibrichtungen

LTR und RTL für Arabisch

6 Stunden

Workshop vor dem ersten Pixel

Webdesign ohne Logo und ohne Rentner-Klischee

Wir starteten mit FaMiPA bei null, es gab kein Logo, keine Farben und noch kein Gesicht für die neue Anlaufstelle für migrantische Senior:innen in Berlin. Wohin die Reise gehen sollte, war aber klar: Alles, bloß kein müdes Rentner-Beige oder diese typischen Stockfotos von älteren Herrschaften, die auf Parkbänken gegenseitig Hörgeräte vergleichen.

Wer die Seite öffnet, sollte sich sofort zurechtfinden, egal welche Sprache er spricht oder wie vertraut man mit dem Internet ist. Dazu kam eine besondere Konstellation: Ein externer Künstler entwickelte Logo und Illustrationen auf Basis unserer Farbwelt, parallel zu unserer Arbeit am Webdesign. Wir legten also das Fundament, auf dem später alles andere aufbaute.

Gegenüberstellung der FaMiPA-Website auf Desktop und Mobilgerät: responsives Layout mit Navigation, Illustration und Infoboxen – konsequent nutzerfreundlich auf allen Bildschirmgrößen.

Responsive Design: FaMiPA funktioniert auf jedem Gerät.

Sechsstündiger Workshop, mit Fathom erfasst

Den Auftakt bildete ein sechsstündiger Workshop, in dem sich das Team von FaMiPA mit uns zusammen intensiv über Inklusion, Haltung und visuelle Identität austauschte, bis die Leitplanken für das Projekt standen. Sechs Stunden Workshop klingen erst mal nach viel, aber es hat sich gelohnt! Danach hatten wir ein umfangreiches Bild und dem Team war klar, wofür diese Website stehen sollte.

Wir zeichneten die Runde mit unserem Notetaker Tool Fathom auf und werteten Vokabular und Nuancen im Nachgang genau aus. So konnten wir bei der Ausarbeitung der Marke, den Ton von FaMiPA genau treffen. Aus den Erkenntnissen entwickelten wir das Webdesign und fokussierten uns besonders auf Barrierefreiheit, damit die Zielgruppe die neue Website in voll Zügen genießen kann.

Harte Kontraste lösen bei älteren Augen den sogenannten Radiation-Effekt aus, flimmernde Ringe rund um Buchstaben und Kanten. Wir strichen reines Schwarz und Weiß aus dem Design und setzten stattdessen auf ein sanftes Dunkelbraun. So haben wir nicht nur ein individuelles Design, sondern garantieren die Lesbarkeit für jedes Auge.

Desktop-Ansicht der FaMiPA-Website mit Hero-Bereich für Netzwerkpartner:innen, Angebotsübersicht, Kontaktformular und Footer-Kontaktdaten – klares UX-Design für eine soziale Organisation in Berlin.

FaMiPA Website: Startseite und Kontaktformular im Desktop-Design.

Typografie-Dokumentation des FaMiPA Webdesigns: Schriftschnitte von H1 bis H3 sowie Button-Varianten mit und ohne Icon in verschiedenen Zuständen – entwickelt als konsistentes Design System.

Typografie-System: Schrifthierarchie und Button-Komponenten im Überblick.

Design-Dokumentation der FaMiPA Brand Color Tokens in Figma: Farbpalette mit Lila-, Rosa- und Terracotta-Tönen als semantische UI-Tokens für Buttons, Borders und Text-Inputs.

Brand Color Tokens: Das Farbsystem von FaMiPA im Detail.

„Die Zielgruppe war für mich das Spannende an diesem Projekt: Wie sorgt man dafür, dass ältere Menschen Farben und Kontraste wirklich gut lesen können? Am Ende eine Website zu sehen, die wirklich niemanden ausschließt, hat mich richtig glücklich gemacht.“
—Anna Clark (Designer)
Arabischsprachige Version der FaMiPA-Website im Right-to-Left-Layout mit Illustration und arabischem Fließtext – mehrsprachiges Webdesign mit RTL-Unterstützung für migrantische Zielgruppen.
Desktop-Ansicht der FaMiPA-Veranstaltungsseite mit Event-Karte „Tanzend verbunden", Datumsanzeige, Anmeldebutton und responsivem Layout – barrierefreies Webdesign für Senior:innen mit Migrationsgeschichte.
Workshop-Board zur Markenstimme von FaMiPA mit drei Spalten: „Was wir sind", „Was wir nicht sind" und „So wollen wir klingen" – strategische Grundlage für diskriminierungssensible, partizipative Kommunikation.
Digitales Workshop-Board zur Markenpersönlichkeit von FaMiPA mit Referenzpersonen, Sticky Notes zu Werten wie Empowerment, Intersektionalität und sozialem Wandel – partizipative Markenstrategie im Prozess.

Senior:innen lesen FaMiPA in ihrer Sprache

Das Ergebnis ist eine Website, die ganze sechs Sprachen fließend sprechen kann, von Vietnamesisch über Russisch bis hin zu Arabisch. Für Sprachen wie arabischen, wird die die Seite sogar komplett gespiegelt.

Damit niemand beim Lesen die Lupe aus der Schublade kramen muss, bleibt die Typografie auf jedem Screen durch die Mindesttestgröße von 16 Punkt lesbar. Besonderes Highlight: Die Buttons sehen fast wie echte, physische Tasten aus. Ein kleines Detail, das die Bedienung greifbar macht.

FaMiPA fühlte sich bei uns so gut aufgehoben, dass sie uns direkt beim AWO-Bundesverband „verpfiffen“ haben (natürlich nur im allerbesten Sinne). Die Zusammenarbeit hält bis heute und für unseren Einsatz gab es obendrauf noch eine Box Pralinen fürs jut-so Team. Seien wir mal ehrlich die eigentlich richtige Währung für ein gelungenes Projekt.

überraschung! es gibt noch mehr.

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